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Blog | | von P. Bensmann

PKS 2018: Deutlicher Anstieg bei Erpressungen

Laut polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) ist die Zahl der polizeilich erfassten Erpressungen in Deutschland deutlich gestiegen.

Gab es im Jahr 2017 noch 7.434 Fälle zu verzeichnen, so waren es im Jahr 2018 10.759. Dies entspricht immerhin eine Steigerung von über 40 %. Kaum ein anderes kriminelles Delikt ist so exorbitant angestiegen.

Woran kann eine solche enorme Steigerung liegen?

Im Gegensatz zu vielen anderen kriminellen Delikten bleibt ein Erpresser üblicherweise bis zur Lösegeldübergabe anonym, sofern diese im klassischen Sinn überhaupt noch stattfindet. Er kann sich jederzeit problemlos aus der Tat zurückziehen. Diesen Umstand verstärken zudem technische Entwicklungen, die auch von Kriminellen immer öfter genutzt werden.

„Das Delikt der Erpressung ist dadurch einfacher geworden“, so Krisenmanager Pascal Michel von SmartRiskSolutions. „Denn egal ob klassische Erpressung, Produkterpressung oder Cybererpressung – durch Lösegeldforderungen mit Kryptowährungen besteht für den Täter ein sehr sehr geringes Risiko erwischt zu werden. Früher bestand das Hauptrisiko für den Täter in der Lösegeldübergabe. Wenn er Kryptowährung fordert, besteht keine risikoreiche physische Lösegeldübergabe mehr.“

Hinzu komme, dass es einfacher werde Erpressungen durchzuführen. Auch Laien könnten z. B. mittels „Ransomware as a Service“ mit wenigen Klicks das „Knowhow“ bzw. den Helfer erwerben. „Außerdem kommt ein potentieller Täter über das Internet, sei es durch öffentliche Informationen oder durch illegal gehackte Daten, leichter an Inhalte wie beispielsweise private Bilder mit denen das Opfer erpresst werden kann“, so Pascal Michel.

Eine weitere Ursache könnte auch das Phänomen der Massen-E-Mail-Erpressung sein, bei denen der Täter einer Vielzahl von Opfern ein und dieselbe E-Mail mit erpresserischem Inhalt schickt. Inhalte solcher E-Mails gehen oft in die Richtung: „Sie wurden mit der Webcam beim Besuch von Pornoseiten usw. aufgenommen... wenn Sie nicht Summe X zahlen, veröffentlichen wir das Video“.

Egal aus welchen Gründen und mittels welcher Methode die Erpressung ausgeführt wird ist es wichtig, dass das bereits präventiv installierte Krisenmanagement im Schadenfall gut funktioniert. Der Krisenstab sollte unverzüglich zusammenkommen, um die anfängliche „Chaosphase“ so kurz wie möglich zu halten die Krise frühzeitig im Griff zu haben. Schließlich sollten Sie die Krise im Griff haben und nicht die Krise Sie!

Quellen: PKS Bundeskriminalamt 2018, Version 1.0; SmartRiskSolutions
Bild: Erpressung (Deutsche Twitter Trends am 08.02.2019) von Trending Topics 2019 (CC BY 2.0)

 

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