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Blog | | von R. Langemeyer

Pirat in Nordrhein-Westfalen vor Gericht

Ein in Deutschland festgenommener somalischer Pirat steht vor Gericht

Am Mittwoch, den 05. Juni 2019 hat der Prozess gegen einen somalischen Piraten vor dem Landgericht Dortmund begonnen. Der 41 Jahre alte Mohammed S. muss sich vor den Richtern verantworten. Ihm wird vorgeworfen 2012 aktiv bei der Entführung einer 26-köpfigen Crew mitgewirkt zu haben.

Gemeinsam mit ca. 50 Komplizen stach der gebürtige Somalier in See, um vor dem Oman einen mit 135.000 Litern Rohöl beladenen Tanker namens „MT Smyrni“ zu kapern. Zehn Monaten hielt Mohammed S. die Geiseln fest um ein Lösegeld zu erpressen. Das unter griechischer Flagge fahrende Schiff kam frei, nachdem die Reederei den Piraten das geforderte Lösegeld in Höhe von 13 Millionen Dollar übergeben hatte. Ein Hubschrauber hatte das Lösegeld seiner Zeit über dem Schiff abgeworfen.

2014 kam der somalische Pirat als Flüchtling nach Deutschland. Sein Asylantrag blieb bislang erfolglos, woraufhin Mohammed S. Klage einreichte. Zuletzt lebt er in einer Unterkunft in Hamm. Seine Verbindung mit der Kaperfahrt aus 2012 wurde per Zufall aufgedeckt. Einer der zwei Mittäter, die 2018 in Zweibrücken aus gleichem Grund angeklagt wurden, hat die Ermittler auf die Spur in Hamm gebracht. Die beiden Komplizen wurden durch ihre Fingerandrücke identifiziert, die sie bei Einreise in die Bundesrepublik im Zuge ihres Asylantrags abgeben mussten. Amerikanische Ermittler hatten nach der Freilassung die Spuren auf der MT Smyrni gesichert.

Quelle: Westfälische Nachrichten
Bild: Dortmund - Landgericht Dortmund von Fred Romero (CC BY 2.0) (Picture was cropped and colors were adjusted)

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