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Entführungswelle im Golf von Guinea

Der Golf von Guinea kommt nicht zur Ruhe. Mindestens 48 Menschen wurden seit Beginn des Jahres in der Region entführt.

Anfang Januar wurde der unter Flagge der Marshall Islands fahrende Tanker Barrett entführt. Die Barrett lag vor Cotonou, Benin, vor Anker als die Angreifer in den frühen Morgenstunden des 10. Januars das Schiff enterten. Das Schiff und 22 Besatzungsmitglieder wurden verschleppt und kamen erst nach sechs Tagen wieder frei. Ob, und wenn ja, in welcher Höhe Lösegelder gezahlt wurden ist nicht bekannt.

Ein erstaunlich ähnlicher Fall ereignete sich fast genau einen Monat später an selber Stelle. Die Marine Express wurde ebenfalls am Ankerplatz von Cotonou angegriffen und entführt. Wieder wurden auch die 22 Besatzungsmitglieder gekidnappt und Schiff samt Besatzung sechs Tage später freigelassen. Diesmal soll jedoch Lösegeld geflossen sein. Über die Höhe wird jedoch geschwiegen.

Bei einem weiteren Vorfall in unmittelbarer Nähe enterten Piraten am 17. Februar einen Tanker. Die bewaffneten Angreifer wurden von der Besatzung erst auf dem Deck entdeckt, woraufhin Alarm ausgelöst wurde und die Crew sich in die Zitadelle zurückzog. Die verständigten Sicherheitskräfte durchsuchten das Schiff und die Umgebung, konnten die Angreifer jedoch nicht mehr ausfindig machen. Die Besatzung blieb unverletzt, jedoch sind Schäden am Schiff entstanden.

Es bleibt abzuwarten ob es sich bei den Vorfällen vor Benin um Einzelfälle handelt oder ob sich hier ein neuer Hotspot bilden wird. Die Angriffe ereigneten sich zwar im Bereich der anerkannten Gefahrenzonen, jedoch war diese Region eher ruhig im Gegensatz zu den Küstengebieten Nigerias, wo sich seit Jahren eine Vielzahl von Angriffen ereignet.


In den letzten Wochen kam es hier jedoch nur zu kleineren Angriffen unter anderem auf ein Passagierschiff und ein Fischerboot. Das Passagierschiff wurde am 9. Januar in unmittelbarer Nähe zur Küste angegriffen und ein Passagier entführt. Später sollen die Piraten 30 Millionen nigerianische Naira (ca. 67.000 Euro) von der Familie des Opfers gefordert haben.

Das Fischerboot wurde einen Monat später am 9. Februar angegriffen von Piraten mit Maschinengewehren, dabei wurden drei Fischer gekidnappt. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Quellen: IMB, MariTrace, Maritime World News

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