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Blog | | von C. Lohoff

Ägypten: Reiseziel mit Risiken

Ägypten ist nach Südafrika die stärkste Industrie des afrikamischen Kontinents und seit jeher auch bei europäischen Touristen beliebt. Grund genug sich einmal mit der aktuellen Sicherheitslage zu beschäftigen.

Der ägyptische Tourismus boomt wieder. 2017 war Ägypten laut Bloomberg wieder eines der Top 20 Reiseziele weltweit, nachdem die Touristenzahlen 2016 dramatisch eingebrochen waren. Ägypten hat vieles zu bieten, neben den Stränden des Mittelmeeres und den Korallenriffen im Roten Meer, ist es nicht zuletzt das historische Erbe des alten Ägyptens, das Millionen von Urlaubern in das Land am Nil zieht. Doch mit dem arabischen Frühling und den damit einhergehenden Unruhen begannen auch unruhige Zeiten für den Tourismus des Landes.

Kamen 2010 noch 14,7 Millionen Gäste in das Land, nahm die Zahl seit 2011, mit Ausnahme 2012, stetig ab und erreichte mit 5,4 Millionen Touristen 2016 einen dramatischen Tiefststand. Doch 2017 kam nun die Wende; knapp 8 Millionen Menschen kamen wieder in das Land der Pharaonen. Das lässt den wichtigen Wirtschaftszweig wieder hoffen, obwohl die Sicherheitslage und damit auch die Attraktivität für Touristen weiter labil bleibt.

Für einen Eindruck über die Instabilität des Landes lohnt es sich einen Blick auf die letzten Ereignisse vor Ort zu werfen. Ende November wurden während des Freitagsgebets in einer Moschee im Norden der Sinai-Halbinsel mehr als 300 Menschen durch einen Bombenanschlag getötet. Circa einen Monat später wurde eine koptische Kirche südlich von Kairo angriffen, dabei wurden neun Menschen getötet.

Seit April 2017 ist der landesweite Ausnahmezustand erklärt, was zwar mit erweiterten Eingriffsbefugnissen für Behörden und Militär einhergeht, jedoch nicht unbedingt mit erhöhter Sicherheit. Für viele Teile des Landes haben europäische Außenministerien Reisewarnungen erlassen, darunter auch das Auswärtige Amt in Berlin. Neben der Sinai-Halbinsel betrifft dies auch Teile des Saharagebietes, insbesondere die Grenzregion zu Libyen und auch die Landverbindung Kairo-Luxor. Als besondere Bedrohung werden Anschläge und Entführungen genannt, die sich auch gezielt gegen Ausländer richten können. Darüber hinaus wird auch vor betrügerischen und erpresserischen Taxifahrern gewarnt, weshalb man sich an Taxen mit Taxameter halten sollte.

Wie sich Wirtschaft und Tourismus in Ägypten entwickeln werden, wird nicht zuletzt von der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr abhängen. Bislang gilt Amtsinhaber al-Sisi als größter Favorit, während die Liste der Herausforderer immer kürzer und die Kritik an behördlichen Eingriffen immer lauter wird. Das Wahlergebnis könnte erneut Anlass für politische Unruhe geben und damit auch die fragile Sicherheitslage und den wirtschaftlichen Aufschwung beeinträchtigen.

In jedem Fall gilt es berufliche und private Aufenthalte in dem Land genauestens vorzubereiten und das Thema Sicherheit ganz nach oben auf die Prioritätenliste zu setzen.

Quellen: Auswärtiges Amt, Außenministerium Österreich, Bloomberg, Zeit, Süddeutsche Zeitung
Bild: Egypt Giza Sphinx with pyramids in the background by Roderick Eime (CC BY 2.0) (Bild wurde zugeschnitten und farblich bearbeitet)

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