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Blog | | von C. Lohoff

Philippinen: Kampf gegen die Milizen

Als eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaft Asiens sind die Philippinen auch für Deutschland ein wichtiger Handelspartner.

Zudem ist das Land auch bei Touristen nach wie vor ein beliebtes Reiseziel, insbesondere unter Backpackern und anderen Aktivurlaubern. Doch die Spannungen in dem Inselstaat sind immens. Neben sozialer Ungleichheit, Korruption und mangelhafter Infrastruktur ist vor allem der Konflikt mit islamistischen Gruppierungen wie der Maute Miliz Hemmnis weiterer positiver Entwicklungen.

Der Inselstaat im Südosten Asiens mit 100 Millionen Einwohnern, gehörte im Jahr 2016 zu den Top 50 Handelspartnern Deutschlands. Die Im- und Exporte summierten sich auf insgesamt knapp fünf Milliarden Euro. Auf der Liste der größten Volkswirtschaften liegen die Philippinen nach dem nominalen BIP auf Rang 34. Wirtschaftlich sind die Philippinen auf einem sehr guten Weg und haben wohl das Potenzial bis 2050 auf Platz 16 der Weltwirtschaft zu rangieren. Doch die politische Lage und insbesondere die Sicherheitssituation sind fragil.

Der umstrittene Präsident Rodrigo Duterte hat im Mai das Kriegsrecht für die gesamte Insel Mindanao ausgerufen, nachdem schwere Kämpfe um die Stadt Marawi ausgebrochen sind. Die Maute Miliz, benannt nach dem Clan-Namen ihrer Anführer, hatte im Mai die 200.000-Einwohner-Stadt eingenommen. Viele Bewohner sind geflohen, doch etliche harren weiterhin in der Stadt aus, abgeschnitten von jeder Versorgung. Die Armee rückte in die Stadt vor und sollte sie schnell befreien. Doch daraus wurde nichts, die Kämpfe dauern noch immer an. Unter den Opfern der Kämpfe befinden sich auch Zivilisten, die Miliz nimmt sie als Geiseln und immer wieder werden Menschen enthauptet.

Die Maute Miliz hat ebenso wie Abu Sayyaf dem sogenannten Islamischen Staat die Treue geschworen und hat das Ziel, ein Kalifat auf der zweitgrößten Insel der Philippinen zu errichten. Abu Sayyaf hatte noch im Februar von sich reden gemacht, als die Gruppe einen deutschen Segler enthauptet hat. Daneben gibt es weitere muslimische und kommunistische Gruppierungen wie zum Beispiel die MILF-Rebellen oder die Neue Volksarmee, die jeweils autonome Gebiete für sich beanspruchen. Erstere haben vergangene Woche vermutlich zwei Dörfer gestürmt und Schüler der Dorfschulen als Geiseln genommen. Das Auswärtige Amt hat für große Teile Mindanaos genauso wir für den Süden Palawans eine Reisewarnung ausgegeben.

Seit September ist die Armee im ganzen Land befugt polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen. Die Polizei wurde in erhöhte Alarmbereitschaft gesetzt. Reisenden wird dringend empfohlen, sich an die Anweisungen von Sicherheitskräften zu halten, da diese oft nicht zimperlich bei der Anwendung von Gewalt sind.

Dennoch kann es im ganzen Land zu Anschlägen und Entführungen insbesondere von Ausländern kommen. Entsprechende Warnungen haben sowohl deutsche als auch US-Behörden veröffentlicht.

Quellen: International Monetary Fund, Statistisches Bundesamt, Auswärtiges Amt, Deutschlandfunk, Die Zeit
Bild: CEBU PACIFIC PINOY FLAG von Michael (CC BY 2.0)

(CC BY 2.0)

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