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Blog | | von P. Bensmann

Leinen los! - Peter auf großer Fahrt

Heute mit einem Leguan, kofferschulternden Matrosen und der überraschend gründlich ungründlichen Ausreise.

Seit mehr als sieben Jahren widme ich mich mit dem Hansekuranz Kontor der Versicherung und Abwehr der Piraterie. Als sich nun im Anschluss auf eine Asienreise die Chance bot mit einem Containerschiff statt einem Flugzeug die Rückreise anzutreten, entschloss ich mich Pirateriegewässer zu erkunden, anstatt zum 1000. Mal das on-board Entertainment zu genießen.

Los geht es pünktlich um 12:00 Uhr mittags. Ein Agent der Reederei holt mich vom Hotel in Singapur ab. Die Fahrt zum Schiff führt mich vorbei an kilometerlangen Hafenlandschaften - zwischen Kränen und Containern ist es schwer den Überblick zu behalten. Dann geht es doch wie beim Flughafen an ein Gate. Es sind Formalitäten zu erledigen, die die Flugsicherheit übersteigen. Fingerabdruck, digitales Foto, Passkontrolle. All das wird noch einmal gecheckt und ist seltsam gründlich. Grade als ich mich schon für die Gepäckkontrolle bereit machen will, hält der Agent mich auf. Gründlichkeit gilt nur für Formalitäten.

Ans Warten komme ich dennoch. Ein riesiger Leguan, weit über einen Meter groß, erkundet den kleinen Kontrollraum neugierig. Die Kontrolleurin ergreift die Flucht – teilt mir aber gleichzeitig mit, dass das Tier absolut ungefährlich sei. Da stimmen Aussage und Handeln, denke ich mir. Der Leguan aber bleibt ruhig. Er kennt es hier vermutlich schon. Sein Interesse für weiße Europäer ist nicht so groß wie umgekehrt – er zieht von Dannen.

Noch einmal muss ich im Auto platznehmen, die Fahrt geht weiter das Dock entlang. Obwohl die Container während der Fahrt schon gigantisch erscheinen, werden sie zu Zwergen im Vergleich zu der Hatsu Crystal und den vier Ladekränen, die sie grade be- und entladen. Das ist meine Heimat für die nächsten zwei Wochen.

Am Pier begrüßt mich ein Matrose freundlich und man verständigt sich mit Händen und Füßen. Er nimmt mir meinen Koffer ab und schultert ihn wie selbstverständlich. 30kg hieß es auf der Flughafenwage noch. Die trägt er jetzt einfach so gefühlte 10meter auf einer nicht einmal ein Meter schmalen Lotsenleiter an Bord. Ich folge ihm in sicherem Abstand und werde an Deck in bestem Englisch von dem dritten Offizier begrüßt. Er bringt mich in meine Kabine, von wo aus ich den Blick über das rund 400 Meter lange Schiff mit seinen Containertürmen und Schluchten genieße. Endlich geht es los.

Während mein Mobiltelefon im Koffer ruht, werde ich nun per Satellit in regelmäßigen Abständen von meiner Reise und den Erfahrungen an Bord der Hatsu Crystal berichten. Gerne können Sie mein kleines Abenteuer hier verfolgen.

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