Aktuell –
Business Blog

  • Sie sind hier
  • Aktuell
  • Blog
  • IMB veröffentlicht Halbjahresbericht für 2017

Blog | | von C. Lohoff

IMB veröffentlicht Halbjahresbericht für 2017

87 Vorfälle der Seepiraterie in der ersten Hälfte in 2017

In dem zweiten Quartalsbericht des International Maritime Bureau (IMB) wird von einer Gesamtzahl von 87 Piraterievorfällen weltweit berichtet. Während die Anzahl der Vorfälle insgesamt abnahm, blieben Gewalttaten gegenüber der Crew stabil und stiegen sogar leicht an.

Insbesondere traditionelle Hochrisikogebiete bleiben gefährlich

Somalische Piraten bewiesen, dass sie weiterhin die Fähigkeiten und Kapazitäten haben Kidnappings und Boardings durchzuführen. Im März und Anfang April wurden einige Dhauen angegriffen und gekidnappt. Weiter berichtet das IMB von drei größeren Handelsschiffen, die verfolgt und angeschossen wurden – eines wurde sogar geentert. Da die Angriffe zusätzlich fernab der Küste des westafrikanischen Staates stattfanden, bleibt ein reales Piraterierisiko für Frachtschiffe bestehen.

In Bezug auf Gewalttaten gegen Crewmitglieder bleibt Nigeria der größte Gefahrenherd. In diesem Jahr wurden mehr als 31 Crewmitglieder entführt, davon 14 im zweiten Quartal. Zudem stammt die Hälfte aller Berichte, bei denen Schiffe beschossen wurden, aus Nigeria. Das IMB warnt zudem, dass grade in Nigeria nicht alle Vorfälle gemeldet werden und die tatsächlichen Zahlen weitaus höher liegen. Laut dem Bericht wurden lediglich 65% der Fälle im Golf von Guinea gemeldet. Dieser Prozentsatz basiert auf einem Vergleich von Meldungen an das IMB mit Zahlen der „Community of Reporting“, ein gemeinsames Projekt von IMB und Oceans Beyond Piracy.

Produktentanker sind statistisch der gefährdetste Schiffstyp

Das primäre Ziel der Angriffe waren in diesem Jahr bislang Produktentanker und Cargo Schiffe. Die Schiffstypen machten 19 bzw. 18 der insgesamt 87 Angriffe aus. Stückgutfrachter, Containerschiffe und Tanker folgten mit je sieben Vorfällen.

Das IMB fordert Kapitäne und Schiffseigentümer auf, wachsam zu bleiben und die aktuellste Version der Best Management Practices umzusetzen.

Quelle: ICC International Maritime Bureau

zurück zur Übersicht