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Blog | | von C. Lohoff

Globale Sicherheit – Internationale Krisen als Risiko für Unternehmen

Mindestens 140 Millionen Menschen sind in diesem Jahr bereits aus vielfältigen Gründen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Doch die meisten von ihnen haben und werden diese Hilfe nicht erhalten. Ein optimaler Nährboden für eine weitere Destabilisierung staatlicher Ordnung und globaler Sicherheit.

Die Liste der weltweiten Krisen, natürlichen oder menschlichen Ursprungs, ist lang. Allein von den Monsunregenfällen in Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal sind 40 Millionen Menschen betroffen. In einer Region, in der staatliche Infrastrukturen ohnehin nur sehr eingeschränkt vorhanden sind, werden insbesondere die Ärmsten nicht auf staatliche Unterstützung hoffen dürfen.

Neben den direkten Auswirkungen von Naturkatastrophen, von denen neben der lokalen Bevölkerung natürlich auch Reisende und Expats betroffen sind, hat eine solche Notlage in Verbindung mit bestehenden sozialen Spannungen auch eine katalysierende Wirkung für Gewalt und Kriminalität.

Infolge der Katastrophe wird das Versagen von Regierungen und Verwaltung oft in besonders drastischer Weise sichtbar. Der Frust auf dieses Missmanagement in Verbindung mit Trauer und Wut über den Verlust von Hab und Gut, Familie und Freunden führt dann zu Gewalt. Ob und in welchem Ausmaß es zu Gewalt kommt, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. Entscheidend ist beispielsweise auch wie gut Opposition oder andere Akteure organisiert sind und wie lange ein etwaiges Machtvakuum in den betroffenen Regionen besteht, das von diesen Gruppen genutzt werden kann.

Noch gravierender ist die Lage nach kämpferischen Auseinandersetzungen. Regierung und Sicherheitsbehörden haben sich dann zum einen oft als nicht funktions- und wehrfähig erwiesen, zum anderen als korrupt und auf den eigenen Vorteil bedacht. Die andere Seite, ob über- oder unterlegen, wird sich in der Regel aber auch nicht auf das Vertrauen der Bevölkerung verlassen können, gilt sie doch oft als Aggressor. Das Vertrauen in die Herrschenden ist dann zutiefst erschüttert.

Das größte Gewalt- und Gefahrenpotenzial geht nach Katastrophen aber in der Regel nicht von der lokalen Bevölkerung aus, ganz im Gegenteil, hier überwiegt oft die Hilfsbereitschaft und Solidarität, sondern von externen Gruppen, häufig mit kriminellem oder terroristischem Hintergrund. Deren Ziel ist die Einflussnahme auf lokaler Ebene, um daraus langfristig eine Machtposition entwickeln zu können.

Wie sich die Situation nach einer Naturkatastrophe oder auch kriegerischen Auseinandersetzungen entwickelt, hängt also von verschiedensten Faktoren ab und kann nie genau vorausgesagt oder eingeschätzt werden. Vorsorge bei Reisen in gefährdete oder betroffene Gebiete kann jeder treffen.

Für eine gute Vorbereitung gilt es also sowohl die direkten Gefahren von Naturkatastrophen und Auseinandersetzungen abzusichern, als auch die sich daraus entwickelnden Risiken. Das können Überfälle und gewaltsame Auseinandersetzungen sein, aber auch Entführungen und Erpressung.

Quellen: Guardian, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

Bild: Taifun-Nothilfe Philippinen 2013 von medico international (CC BY-SA 2.0)

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