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Blog | | von C. Lohoff

DHL-Erpressung in der Vorweihnachtszeit

Die Erpressung des Lieferdienstes DHL sorgte in den vergangenen Wochen für Aufregung.

In Potsdam war ein verdächtiges Paket entdeckt worden, daraufhin wurden Teile der Innenstadt, darunter ein Weihnachtsmarkt gesperrt. Doch wie oft werden Unternehmen in Deutschland Opfer solcher Erpressungen?

Die DHL Erpressung ist sicherlich ein außergewöhnlicher Fall. Die meisten Unternehmenserpressungen gelangen nicht an die Öffentlichkeit, da weder die betroffenen Unternehmen noch die Polizei Interesse an der Veröffentlichung haben. Dennoch liegt die Zahl der Unternehmenserpressungen in Deutschland bei ca. 7800 Fällen pro Jahr. Die Unternehmen fürchten Imageverluste und Gewinneinbrüche, insbesondere wenn Konsumgüter von der Erpressung betroffen sind. Die Polizei hält sich in Erpressungsfällen zurück um keine Nachahmungstäter zu animieren.

Diese Sorgen sind nicht unberechtigt. Während Entführungsdrohungen relativ selten umgesetzt werden, zum einen sind diese deutlich komplexer in der Durchführung und zum anderen findet eine direkte Konfrontation mit dem Opfer statt, werden Lebensmittelerpressungen auch umgesetzt. Viele Täter gehen zweistufig vor: Erst wird das Produkt manipuliert und anschließend das Unternehmen informiert.

Obwohl Kunden in den seltensten Fällen mit kontaminierten Produkten in Berührungen kommen und Unternehmen die Lösegelder in der Regel nicht bezahlen, kommen diese Erpressungen die Unternehmen  teuer zu stehen. In vielen Fällen liegen die Schadensummen im Millionenbereich.

Die Unternehmen müssen in der Regel einen großen Teil ihrer Waren vernichten. Neben dem  reinen Schaden für das Ersetzen der Produkte steht aber auch ein erheblicher logistischer Aufwand. Nicht zuletzt merken sich die Kunden in den öffentlich gewordenen Fällen, dass es da einen Vorfall gegeben hat und weichen gegebenenfalls auf andere Produkte aus.

Wer hinter der DHL Erpressung steckt ist noch nicht bekannt. Die allermeisten Erpresser werden aber ermittelt, denn eine Erpressung setzt Kontakt mit dem Unternehmen voraus und spätestens bei der Geldübergabe wird es schwierig seine Identität geheim zu halten und das Geld zu empfangen. Nicht zuletzt hängt der Erfolg der Ermittlungen auch von den präventiven Maßnahmen des Unternehmens ab, die aber, insbesondere in der Lebensmittelindustrie, mittlerweile gut vorbereitet sind.

Quellen: Süddeutsche Zeitung

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