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Blog | | von C. Lohoff

Besatzungsmitglieder von Döhle-Frachter entführt

Während eines Angriffs auf den unter liberianischer Flagge fahrenden Frachter „Demeter“ der Hamburger Reederei Peter Döhle wurden sechs Besatzungsmitglieder entführt.

Die Demeter wurde am Samstagmorgen kurz vor der Einfahrt in den nigerianischen Hafen Onne von acht Piraten in einem Schnellboot angegriffen. Insgesamt befanden sich zu der Zeit 18 Besatzungsmitglieder an Bord. Sechs von ihnen wurden entführt. Dabei soll es sich um den Kapitän, den ersten und zweiten Offizier, den zweiten technischen Offizier, den Koch und den Bootsmann handeln. Die Nationalitäten der Entführten wurden zu ihrer Sicherheit nicht genannt, jedoch sollen sich zur Zeit des Angriffs keine deutschen Besatzungsmitglieder auf dem Schiff aufgehalten haben. Die Reederei teilte mit, den übrigen zwölf Seeleuten gehe es den Umständen entsprechend gut, sie konnten die Demeter nach dem Angriff in den Hafen segeln.

Was genau an Bord der Demeter geschah ist noch unklar. Der Vorfall zeigt einmal mehr die Gefährlichkeit des Golf von Guinea, insbesondere vor der Küste Nigerias. Problematisch ist hier vor allem, dass der Einsatz bewaffneten Sicherheitspersonals gesetzlich verboten ist. Andere präventive Sicherheitsmaßnahmen müssen daher umso genauer geplant und umgesetzt werden.

Weitere Warnungen für das Mittelmeer und Asien

Neben der Region vor Westafrika hat das International Maritime Bureau (IMB) zudem explizite Warnungen für das libysche Küstengebiet und die Sulu See herausgegeben. Vor Libyen wurden in diesem Jahr bereits mehrfach Schiffe geentert, oft unter dem Vorwand, es handele sich um eine Kontrolle der Küstenwache. In zwei Fällen wurde die Besatzung an Land verschleppt.

Für die Gebiete südlich der Philippinen hat das IMB Warnungen herausgegeben, dass Abu Sayyaf Angriffe insbesondere auf koreanische Staatsangehörige plane. Jedoch sei auch nicht auszuschließen, dass auch andere Nationalitäten in den Focus der Miliz geraten könnten. Den Informationen zu Folge hat die Gruppe bereits ein blaues Schnellboot des Typs Jungkong mit drei Motoren ausgestattet, um ihre Angriffe durchzuführen. Alle verdächtigen Aktivitäten sollten wie immer dem IMB und den lokalen Behörden gemeldet werden.

Quellen: IMB, Hansa International Maritime Journal, TradeWinds

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